In meinem ersten Beitrag in diesem Blog möchte ich euch erklären, wer ich bin und warum ich mich dazu entschlossen habe hier zu schreiben.
ÜBER MICH
Mein Name ist Robert, ich bin 23 Jahre alt und wohne in einer mittelgroßen Stadt. Zurzeit studiere ich VWL an einer recht renomierten Universität – trade nebenher ziemlich viel an der Börse – wohne aber noch Zuhause bei meiner Mutter und Schwester. Meine Eltern sind geschieden seit ich 11 bin, mein Vater ist wohlhabend und sehr erfolgsfixiert, er erwartet von mir Karriere zu machen und immer perfekte Leistungen und einwandfreies Benehmen zu zeigen. Mir hat es nie an materiellen Dingen gefehlt, aber echten familiären Rückhalt habe ich nie verspürt.
Leider befinde ich mich gerade in einer schwierigen Phase meines Lebens – habe aber den Entschluss gefasst das jetzt zu ändern!
Die letzten zwei Jahre meines Lebens waren eine gefühlt lang anhaltende Pechsträhne. Trotz einer gehörigen Priese an Galgenhumor und unzähligen halbherzigen Versuchen etwas zu verändern bin ich an mir selbst gescheitert. Wahrscheinlich ist meine jetztige Situation auch einer Art self-fulfilling-prohecy zu verdanken.
MEINE PECHSTRÄHNE
Als kleine Einstimmung zu meiner Situation erzähle ich euch von meinen letzten zwei Wochen:
-Hausschlüssel verloren
-Autoschlüssel verloren
-Finger beim Sport gebrochen und Schienbein stark geprellt
-An der Börse aufgrund eines kleinen Anfalls von Spielsucht in einer depressiven Phase 25% meines Depots zerstört.
-An einer Schlägerei teilgenommen, ziemlich ausgeteilt und kurzfristig verhaftet worden (wurde von zwei Immigranten ohne erkennbaren Grund angegriffen und habe mit übertriebener Gewalt reagiert). Die “Opfer” wollten nachher aber noch eine Schlägerei mit der Polizei anfangen und ich bin deshalb aus dem Schneider (juhu – einmal Glück).
-Bei Fussballwetten mein Wettkonto verspielt.
-Mein Auto seitlich gegen die Wand gesetzt um einem Kind auszuweichen, dass dann abgehauen ist (Seite ist ziemlich eingedrückt).
Natürlich sind diese Dinge selbst verschuldet, es ist mir klar, dass ich etwas ändern muss. In den letzten 6 Monaten war ich jedes Wochenende zwei Tage lang stotzbetrunken – habe drei tollen Mädchen eine Show vorgespielt und ihnen damit das Herz gebrochen – etliche geküsst und mehr – und zu guter letzt auch ziemlich oft in Schlägereien verwickelt gewesen.
WER BIN ICH?
Wenn ich das so lese, denke ich mir:”Bin dieser Mensch wirklich ich? Wie konnte es so weit kommen?” Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand, ich komme mit dem Druck der auf mir lastet nicht klar und verhalte mich deshalb “extrem”. Meine Eltern wissen natürlich nichts von diesen Dingen, ich bin ganz gut im geheimhalten geworden.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit 19 vor dem Spiegel gestanden habe und mir dachte:”Ich bin gut in der Schule, habe ein tolles Auto, eine hübsche Freundin die mich liebt, genug Geld zum feiern und für coole Urlaube – mein Leben ist geil!”
Mit dem Studium hat aber alles eine negative Wendung genommen, am Anfang habe meine Beziehung aufgegeben weil ich mich in eine Komilitonin verliebt habe, die mich aber nach 3 Monaten ohne Grund abgesägt hat und einen neuen hatte. Mit meinen Leistungen ging es rapide bergab, mit meine Clique habe ich mich aufgrund meiner neuen Freundin, die die Ex eines Freundes war total verstritten und
Ich hatte plötzlich keine Motivation mehr, ich fühlte eine innere Leere, wollte eigentlich nur mehr schlafen und die Tage irgendwie rumbringen. Habe einen ganzen Sommer lang im Bett verbracht und eine ganze Prüfungssession einfach ausgelassen. Deshalb liege ich jetzt mit dem Studium hinten, meinen Vater hab ich angelogen und ihm gesagt mir fehle nur mehr eine Prüfung bis zum Abschluss, in Wahrheit sind es 5!
Leider habe ich es seit dem nie mehr geschafft mich zu motivieren, zu meinem Glück bin ich relativ intelligent und habe trotzdem immer wieder einige Prüfungen gemacht ohne zu lernen und mit Glück bestanden. Ich habe mit niemandem mehr ehrlich geredet, alle belogen und die Show vom Happy-Sunnyboy weiter durchgezogen, oft mit verweinten Augen unter meinen Sonnenbrillen. Nächtelang habe ich im Bett geweint und wusste nichtmal wieso.
Vor 6 Monaten hat sich besagte Ex (die Komilitonin) wieder gemeldet, wir haben uns getroffen, geküsst, alles war wieder perfekt – bis sie wieder 2 Monate später geschrieben hat: “Ich habe jetzt einen anderen, will dich nichtmehr sehen, Freunde bleiben auch nicht – bye”. Das hat mich wieder ein ein noch tieferes Loch gestürzt. Bei Mädchen bin ich aber ansonsten recht beliebt, die meisten stehen eben auf “psychisch kaputte” Typen wie mich, die ein “interessantes” Leben führen und unberrechenbar sind. Leider habe ich aber die meisten davon seelisch verletzt, belogen und betrogen. Lieben tu ich aber besagte Ex immer noch, kann nichts dagegen tun, aber die Monate mit ihr waren einfach so wunderschön und ich habe mich in keine andere mehr verliebt.
POSITIV!
Aber es gab auch einige positive Momente in den letzten 2 Jahren, ein Auslandsaufenthalt in den USA (super Monate gewesen), zwei tolle Praktika (indenen ich durch den geregelten Altag und viel Arbeitsbelastung keine Zeit zum depressiv sein hatte und mich zwangsweise motivieren musste aufzustehen und was zu machen) und eine Wandertour durch Skandinavien bei der ich alle Probleme vergessen konnte.
Mein größtes Problem ist mein Studium, ich muss jetzt 4 extrem schwere Prüfungen in 3 Wochen schreiben, habe noch nichts gelernt, weil ich die letzten Wochen nur im Bett gelegen bin und alle Star Trek Staffeln angeschaut habe und mich die restliche Zeit betrunken habe oder an der Börse riskant getradet.
Das riskante Trading liegt daran, dass ich davon geträumt habe schnell sehr viel Geld zu verdienen und dann die Uni schmeissen zu können. Vorher habe ich jahrelang kontinuierlich Gewinne von ca. 1500€ im Monat erwirtschaftet, wollte aber aufeinmal innerhalb von einigen Wochen mehrere 100.000€ verdienen was natürlich schiefging. Habe aber zum Glück noch Geld übrig und will jetzt wieder kontinuierlich nach intelligenter Strategie anlegen (ich finanziere mir seit ich 20 bin alles selbst, habe von meinem Vater aber ein schönes Startkapital zum traden bekommen).
Jetzt bleibt mir nur ein Ausweg, ich muss lernen, lernen, lernen, morgen beginne ich damit und muss es durchstehen, – leider weiss ich jetzt schon, dass morgen früh wieder alles dunkel aussieht, ich werde mich aus dem Bett quälen müssen, das Frühstück runterwürgen und dann werde ich kämpfen müssen – gegen mich selbst – um endlich etwas zu tun, etwas zu ändern!
Mein Plan für Morgen:
08.00 – Aufstehen, Zeitung lesen, frühstücken, duschen
09.00 – Bei Gemeinde etwas erledigen, Autosteuer bezahlen, endlich Sommerreifen montieren
10.00 – Mathe lernen
12.30 Gemütlich Newsseiten lesen
13.00 Mittagessen mit der Familie danach bisschen TV
14.30 Makroeconomics III lernen
16.30 Pause
17.00 Mathe lernen
18.30 mit meinem Vater Abendessen gehen
Danach laufen gehen und gemütlich Dr.House auf Orf1 schauen.
24.00 schlafen
Es klingt krank einen solchen Tagesplan aufzustellen, aber es wäre für mich ein toller Erfolg ihn durchzuziehen und es zu schaffen wenigstens mein bestes zu tun um mich vorzubereiten.
Noch 5 Prüfungen, dann bin ich frei – frei von der Uni, habe meinen Abschluss und kann mir einen Job suchen – ich habe das tolle Gefühl, dann geht es erst wieder richtig Ausweg, denn alle meine Prakika und Sommerjobs waren bis jetzt gute Erfahrungen und ich mag es zu arbeiten, das lernen von Theorien liegt mir einfach nicht. Die Uni schmeissen kurz vor dem Ende wäre dumm, dumm und abermals dumm, das weis ich deshalb kämpfe ich jetzt!
Wünscht mir Glück, würde mich über Kommentare freuen.